Landesverkehrswacht Berlin

                Sicherheit - Vorsicht - Rücksicht !

Typische Abbiegeunfälle gegen ein Fahrrad

Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) geht davon aus, dass durch technische Abbiegeassistenten für schwere LKW pro Jahr 28 Radfahrenden das Leben gerettet und in etwa 100 Fällen schwere Verletzungen verhindert werden könnten. Die Abbiegesituation birgt innerorts ein hohes Unfallrisiko, oft mit ernsten Unfallfolgen. Die Überwachung des vorderen Seitenbereichs hilft, Radfahrer früh zu erkennen und eine Kollision zu vermeiden.

Wegen der geringen Übersichtlichkeit und den hohen Anforderungen an den Fahrer beim Absichern des Abbiegevorgangs werden noch zu oft Fußgänger, vor allem aber Radfahrer übersehen. Hier werden eigenständige Überwachungssysteme benötigt, die im seitlichen Bereich des Fahrzeugs, zumindest im aktuellen und zukünftig befahrenen vorderen Seitenbereich, insbesondere Radfahrer erkennen. Vom Sensorprinzip erscheinen Radar, Lidar und Kamera geeignet, diese Erkennung zu leisten.

Die politische Diskussion um geeignete Maßnahmen zur Vermeidung des sogenannten "Toten Winkel" oder ob es diesen überhaupt gibt ist leider kontrovers, was nicht bei einer schnellen und flächendeckenden Problemlösung hilft. Wir empfehlen erst einmal defensives Fahren an Kreuzungen und den Verzicht auf die Durchsetzung der bestehenden Vorfahrt, ganz besonders empfehlen wir das für Kinder und Jugendliche. Denken Sie für das abbiegende Fahrzeug mit, auch wenn es für den Radfahrenden oft frustrierend ist. Recht gehabt zu haben, aber tot oder verletzt zu sein, ist keine Option!

Unfallsituationen geben Hinweise auf Risiken

Folgenden Textpassagen stammen aus Unfallmeldungen der Berliner Polizei und mögen Ihnen Hinweise geben zu  konkreten Vorkommnissen, die bei der gemeinsamen Verkehrserziehung mit Kindern und Jugendlichen oder beim Einüben von Verhaltensweisen immer wieder vorkommen können und daher eine konkrete Bedeutung haben.

Dabei ist uns bewusst, dass auch ein nennenswerter Teil der Unfälle mit Radfahrenden von diesen selbst verschuldet sind, weil die auch für Radfahrende geltenden Verkehrsregeln nicht eingehalten wurden. Und auch Alleinunfälle passieren, ebenso wie bei Kraftfahrenden. Alle drei Sachverhalte haben wir beispielhaft in drei Unfallmeldungen vom 31.05.2021 gesehen:

  • Vorfahrtberechtigter Radfahrer durch Pkw schwer verletzt - Bisherigen Erkenntnissen zufolge fuhr ein 58-jähriger Skoda-Fahrer auf der Trelleborger Straße in Richtung Arnold-Zweig-Straße. An der durch Verkehrszeichen geregelten Kreuzung Trelleborger Straße Ecke Elsa-Brandström-Straße erfasste der Mann mit seinem Pkw den von links kommenden vorfahrtsberechtigten Radfahrer im Alter von 53 Jahren.
  • Radfahrerin fährt bei Rot und wird schwer verletzt - Die 21-Jährige fuhr bisherigen Ermittlungen zufolge mit ihrem Rad in dem rechten Fahrstreifen der Nebenfahrbahn Unter den Eichen. Gegen 14.20 Uhr soll sie nach Angaben von Zeugen den Kreuzungsbereich Unter den Eichen / Drakestraße / Habelschwerdter Allee bei Rot passiert haben und wurde hierbei von der einer 23-jährigen Autofahrerin erfasst, die in dem linken Fahrstreifen der Drakestraße in Richtung Unter den Eichen fuhr.
  • Ohne Fremdeinwirkung: Radfahrerin bei Sturz schwer verletzt - Gestern Vormittag stürzte in Zehlendorf eine Radfahrerin und verletzte sich schwer. Nach bisherigen Erkenntnissen soll die 65 Jahre alte Frau mit ihrem Fahrrad gegen 10 Uhr auf dem Elvirasteig in Richtung Matterhornstraße gefahren und unter der S-Bahnunterführung ohne Fremdeinwirkung gestürzt sein.

Die Meldungen zu den leider bei Abbiegeunfällen zu Tode gekommenen Radfahrenden finden Sie auf der Seite Getötet im Berliner Verkehr.

 

Radfahrerin von Lkw erfasst und schwer verletzt

02.06. / Gemäß Zeugenaussagen fuhr ein 49 Jahre alter Mann gegen 15.40 Uhr mit einem Lkw auf der Uhlandstraße in Richtung Lietzenburger Straße. Beim Rechtsabbiegen auf den Hohenzollerndamm soll der Fahrer des Lkw die aus gleicher Richtung kommende und geradeaus fahrende 74-Jährige auf ihrem Fahrrad erfasst haben. Der 49-Jährige soll zunächst weitergefahren und die Frau mehrere Meter mitgeschleift haben, bis ihn Passanten auf den Unfall aufmerksam machten.

Bei Abbiegeunfall lebensgefährlich verletzt

14.05. / Nach bisherigen Erkenntnissen und Ermittlungen waren gegen 6 Uhr ein 33-Jähriger mit einem Betonmischfahrzeug und eine 38-Jährige auf einem Fahrrad auf der Greifswalder Straße in Richtung Alexanderplatz unterwegs. An der Kreuzung Greifswalder Straße/Prenzlauer Berg fuhr die 38-Jährige weiter geradeaus, als zu gleicher Zeit der 33-Jährige mit dem Lkw auf die Straße Prenzlauer Berg nach rechts einbog und die Radfahrerin auf gleicher Höhe mit seinem LKW erfasste und schwer verletzte.

Radfahrer von Lkw überrollt

07.05. / Nach derzeitigen Erkenntnissen und Aussagen von Zeugen bog ein 61-Jähriger gegen 8.40 Uhr mit seinem Lkw von der Karl-Marx-Allee nach rechts in die Straße der Pariser Kommune ab. Ein 18-Jähriger, der mit seinem Fahrrad auf dem Radweg der Karl-Marx-Allee in Richtung Frankfurter Tor unterwegs war, habe nach eigenen Aussagen versucht, dem Lkw auszuweichen, war dabei gestürzt und mit seinem Rad unter das Fahrzeug gerutscht. Hierbei wurden die Beine des 18-Jährigen von dem hinteren rechten Reifen des Lkw überrollt. Der ansprechbare Radfahrer wurde von Zeugen vor Ort erstversorgt und anschließend mit diversen Brüchen an den Beinen in ein Krankenhaus gebracht.


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