Landesverkehrswacht Berlin

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Raserei in Polizeimeldungen

Illegale Autorennen, alleinige Raserei auf vermeintlich freier Strecke oder Posingfahrten mit durchdrehenden Rädern oder Drifts sind individuelle Entscheidungen einzelner Personen, die in den jeweiligen Situationen die Fähigkeit zu einer normalen Risikoeinschätzung, die Kontrolle über ihr eigenes Verhalten und jede Rücksichtnahme gegenüber Dritten verloren haben. Als Folge davon sind immer wieder schwerste Verkehrsunfälle, auch mit Getöteten, zu beklagen, die nicht nur die Rasenden betreffen, sondern auch Beifahrende und völlig unbeteiligte Dritte. Wir geben hier die jüngsten Fälle aus Polizeimeldungen wieder.

2020: Zahl der Strafermittlungsverfahren bei verbotenen Kraftfahrzeugrennen stark gestiegen

Stark angestiegen ist die Zahl der eingeleiteten Strafermittlungsverfahren in Zusammenhang mit verbotenen Kraftfahrzeugrennen. Mit 750 (2019: 362) eingeleiteten Verfahren registrierte die Polizei Berlin einen Anstieg von mehr als 100 Prozent. 254 Taten entfielen auf Einzelrennen, 251 waren klassische Kfz-Rennen (min. 2 Teilnehmer) und 245-mal waren es Fluchten vor Polizeikontrollen. Insgesamt 53 Verkehrsunfälle wurden in Zusammenhang mit unerlaubten Kraftfahrzeugrennen verursacht. Die deutliche Zunahme an illegalen Autorennen liegt unter anderem auch an den verstärkten Kontrollmaßnahmen durch die Einsatzkräfte der Polizei Berlin.

Berliner Morgenpost zeigt fünfminütiges Video

Die Berliner Morgenpost hat ein Video zum Thema auf ihrer Webseite und berichtet am 21.12.2020, dass die Zahl der Verfahren gegen Autoraser in Berlin weiter steige: "Bis Ende dieses Jahres werde man durchschnittlich bei drei Verfahren am Tag liegen, heißt es aus der für diese Delikte zuständigen Amtsanwaltschaft. Vor allem im Frühjahr, während des ersten Lockdowns, seien sehr viele Raser unterwegs gewesen. Denn die Straßen waren leerer als sonst, das nutzten die Raser aus."


Verbotenes Kraftfahrzeugrennen - Flucht vor der Polizei

19.03. / Gegen 0.20 Uhr fiel einer Funkstreifenbesatzung des Polizeiabschnitts 54 auf der Sonnenallee Ecke Wildenbruchstraße der Wagen auf. Statt den Haltesignalen zu folgen, erhöhte der Fahrer seine Fahrgeschwindigkeit, um sich der Kontrolle zu entziehen. Der Pkw, der von einem 34-Jährigen geführt wurde, konnte von den Polizeikräften in der Sackgasse der Ossastraße gestoppt werden. Dabei beobachteten die Polizeibeamten, dass der Fahrer mit dem 57-jährigen Beifahrer einen Fahrertausch vornahm. Bei der Überprüfung stellten die Einsatzkräfte fest, dass der 34-Jährige keinen Führerschein vorzeigen konnte. Bei der Durchsuchung des Mercedes fanden die Polizistin und ihr Kollege im Innenraum einen fünfstelligen Geldbetrag sowie Arzneimittel. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Berlin wurden diese Gegenstände sowie das Fahrzeug beschlagnahmt.

Illegales Kraftfahrzeugrennen - vor Polizeikontrolle geflohen

03.03. / Wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens muss sich ein 25-jähriger Mann verantworten, der heute Nacht gegen 0.40 Uhr mit seinem VW Golf auf der BAB A 100 in Grunewald unterwegs war. (...) Um den Pkw zu stoppen, schalteten die Ordnungshüter ein Anhaltesignal, Blaulicht und Martinshorn ein. Daraufhin beschleunigte der Mann seinen Wagen. An der Ausfahrt Alboinstraße verließ er die Autobahn und setzte seine Fahrt bis zur Manteuffelstraße fort, wo er auf dem Parkplatz eines Supermarktes anhielt. Sowohl der Fahrer als auch sein 24-jähriger Beifahrer ließen sich zunächst widerstandslos die Handfesseln anlegen. Später beleidigte der 25-Jährige einen der Polizisten und versuchte, ihn zu treten.

Wie sich im weiteren Einsatzverlauf herausstellte, waren an dem Fahrzeug Kennzeichen angebracht, die nicht zu dem VW Golf gehörten. Das Auto wurde sichergestellt. Der Beschuldigte hatte außerdem zwei griechische Führerscheine bei sich, die mutmaßlich gefälscht wurden. Sie wurden ebenso beschlagnahmt wie ein Messer, das der Mann griffbereit an seinem Gürtel trug...

Verbotenes Kraftfahrzeugrennen - 16jähriger mit schwangerer Freundin im Auto

17.01. / Einsatzkräfte haben gestern Nachmittag einen Jugendlichen nach einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen in Tiergarten festgenommen. Ersten Erkenntnissen zufolge hatten die Kräfte gegen 14.45 Uhr versucht einen Pkw, der von dem 16-Jährigen gesteuert wurde, auf der Potsdamer Straße in Fahrtrichtung Kurfürstenstraße zu stoppen. Die Haltezeichen der Polizeikräfte, die durch das gleichzeitige Zeigen des Anhaltestabes unterstützt wurden, hatte der Jugendliche ignoriert. Unter starker Beschleunigung und mehrfachem Fahrstreifenwechsel sowie Nutzung von Bussonderfahrstreifen und auch des Gegenverkehrs, versuchte der mutmaßliche Raser sich der Kontrolle zu entziehen. Dabei missachtete er auch mehrfach rote Ampeln.

Als der Jugendliche dann mit dem Auto viel zu schnell bei Rot nach rechts auf die Kurfürstenstraße abbog, soll es einer 23-jährigen Fußgängerin, die einen Kinderwagen schob, gerade noch durch eine Reflexbewegung gelungen sein auszuweichen, um nicht vom Fahrzeug erfasst zu werden. Beim Abbiegevorgang kam das Auto des Jugendlichen von der Fahrbahn ab und kollidierte mit einem Ampelmast auf der Mittelinsel. Anschließend stieg der mutmaßliche Raser aus dem Unfallfahrzeug aus und rannte in Richtung Steinmetzstraße, wo die Einsatzkräfte ihn festnahmen. Im Unfallauto saß noch die schwangere 17-jährige Freundin des Festgenommenen, die von Rettungskräften mit Bauchschmerzen in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht und dort ambulant behandelt wurde.

Der Festgenommene wurde in einem Polizeigewahrsam erkennungsdienstlich behandelt und anschließend den Erziehungsberechtigten übergeben. Eine Fahrerlaubnis hatte er nicht und wie er in den Besitz des Schlüssels zum Auto gekommen war, müssen nun die Ermittlungen ergeben.